Unsere Mundart



Dem Nordbayrischen Sprachgebiet gehörte das Egerland an. Es wurde ja auch von der bayerischen Seite her besiedelt und die Ähnlichkeit der Mundart erklärt sich hieraus. Durch die alljährlichen Treuekundgebungen bezeugen Oberpfalz und Egerland, dass sie sich - als der alte bayerische Nordgau - aufs innigste verbunden fühlen. Das engere Egerland gehörte mit der freien Reichsstadt Eger bis zu seiner Verpfändung an Böhmen im Jahre 1322 zum Reich. - Im Norden und im Nordwesten wurde unser Egerland vom ostfränkischen (nordwestböhmischen) Sprachgebiet mit den Städten Saaz, Komotau, Brüx begrenzt, während im Osten beziehungsweise Süden tschechisches Gebiet unmittelbar anschloss.

 

 Der Landkreis Luditz gehörte fast gänzlich zum Sprachgebiet des Egerlandes. "Fast" müssen wir sagen, denn der östliche Zipfel des Kreises lag schon jenseits der Mundartengrenze. Es ist das Gebiet um Lubenz. Die Orte unmittelbar an der Grenze sprechen wohl noch die Egerländer Mundart, doch war der Übergang zum benachbarten, nordwestböhmischen Sprachgebiet, zum "Land" schon etwas bemerkbar.

 

Zur Feststellung des Unterschieds in der Mundart brauchte man früher eigentlich keine Karte, denn die meisten kannten diese Orte und wussten aus Erfahrung, wie die Menschen dort sprachen. Wir wollen uns einmal einige Orte vergegenwärtigen und beginnen im Norden unseres Heimatkreises. Das Städtchen Waltsch hatte eine ihm eigentümliche Mundart, doch klang sie noch ganz egerländisch. Kam man dagegen in das nur wenige Kilometer entfernte Klein-Fürwitz, so wusste man, hier ist kein Egerland mehr, hier klang die Mundart des Podersamer oder Saazer Landes schon breit und behäbig. Hier sprach man ostfränkisch. Gleiche Gegensätze wurden in Nahorscheditz, Kosterschan, Dreihöfen einerseits und Libin, Drahenz andererseits festgestellt. Die Chiescher, Badstübler und Neuteplitzer wussten genau, dass man in Liebkowitz und Lubenz schon anders sprach. In Chiesch gab es noch "Boum", in Lubenz konnte man schon "Gunga" antreffen.

 

Zum Beispiel in den Orten Leschkan, Alberitz, Pladen, Steben, Petersburg und andere - Dort waren die Madei, Ernei, Lisei daheim. Die Wasserdörfer Sicheritz, Lub, Wurz, Jablon, auch Scheer, Wittkowitz, Kratzin, Walkowa, schließlich Tyß und Rabenstein zählen noch mit Recht zum Egerland, ebenso die südlich vom Wladarz gelegenen Orte Modschiedl, Nebosedl, Klum, Zwolln und andere, nicht zu vergessen die deutschen Orte des Kralowitzer Bezirks Netschetin, Preitenstein, Hurkau, Zaretka, an die unmittelbar tschechische Orte grenzten.

(Quelle: Karlsbader Zeitung und Heimatbrief Luditz, Folge 6, Juni 2017, Autor unbekannt)